Costa Rica vs. Haiti (1:0)

13Nov2015

Costa Rica = rot, Haiti = blau Haydee, Haiti-Fan, Irene

Dahin, wo der Kaffee waechst...!

21Okt2015

Am 3. Oktober begaben wir uns zusammen mit Lisa auf eine ganz besondere Tour: Wir erforschten, wie der Kaffee von der Pflanze in die Tasse kommt! Hierfuer fuhren wir zu einer Kaffeeplantage des groessten Kaffeeproduzenten Costa Ricas: Café Britt. Die von uns besuchte Kaffeeplantage liegt nicht weit entfernt von der Stadt Heredia und bietet Kaffeetouren fuer Einheimische und Touristen. Schon bei der Ankunft wurden wir ueberrascht: kostenloser Kaffee zum Probieren, so viel man will, und das noch bevor wir ueberhaupt den Eintritt bezahlt hatten.

Das liess unsere Motivation steigen und wir erwarteten hellwach den Beginn der Tour. Diese stellte sich als unterhaltsamer heraus, als wir uns es je ertraeumt haetten. Unsere Gruppe bestand aus 7 Personen, neben uns Deutschen gab es noch 3 US-Amerikaner und einen Mexikaner. Gefuehrt wurde unsere Gruppe von 2 ueberaus erheiternden, etwas durchgeknallten und hyperaktiven Costar-Ricanern in passenden costaricanischen Ernteoutfits. Sofort bekamen wir das Gefuehl vermittelt, dass Britt Kaffee wohl gluecklich macht. Vielleicht hatten die beiden aber auch nur schon zu viele Touren hinter sich gehabt, Verkosten stand bei unserer Kaffee-Tour naemlich ganz oben auf der Liste! wink



Wer von unserer Liebe zur Schokolade weiss, kann sich vielleicht auch vorstellen, dass wir nicht nein sagen konnten, die Kaffee-Schokoladen-Kombotour zu nehmen. Dazu jedoch spaeter. Zu Beginn der Tour bekamen wir erst ein mal eine kurze Einfuehrung in die Geschichte des Kaffees, welcher seinen Ursprung in Aethiopien hat und von niemand anderem als Ziegen entdeckt wurde, und zwar schon zwischen 800 und 1500. Von dort reiste er nach Saudiarabien, wo es ihn ab 1600 gibt. In Europa war Italien der Vorreiter des Kaffees, 1615 gab es ihn auch dort. Um 1660 zog dann Frankreich nach. Von Europa aus wurde der Kaffee ueber den atlantischen Ozean verschifft. 1723 erreichte der Kaffee die Insel Martinique und 1727 schliesslich, mit Ankunft in Brasilien, das amerikanische Festland. In Costa Rica began der Kaffeeanbau erst relativ spaet, 1750. Nach der geschichtlichen Einfuehrung wurden wir von unseren kaffeekundigen Freunden zu einer Karte Costa Ricas gefuehrt, anhand welcher uns die Kaffeeregionen des Landes erklaert wurden.


Anbau
3 wesentliche Merkmale geben dem costaricanischen Kaffee seine gute Qualitaet: die hohe Lage, Vulkane und Arabica-Bohnen. Costa Rica wird nahezu von Strand umrahmt. Im Westen des Landes zieht sich die Pazifikkueste entlang, im Osten die Karibikkueste. Neben dem Strand gibt es jedoch auch einen entscheidenden Gegensatz im so vielfaeltigen Land: das Zentralgebirge. Dieses bildet den Kern des Landes und umringt das Tal, in dem die 4 grossen Staedte liegen: San José, Heredia, Alajuela und Cartago. Die hohe Lage mit dem kuehleren, feuchten Klima bietet die optimalen Bedingungen fuer den Anbau von Kaffee. Zudem hat Costa Rica einige noch aktive Vulkane zu bieten. Diese verursachen im Zentralgebirge durch ihre Asche das Vorhandensein besonders fruchtbarer Erde, welche zum Anbau von Kaffee ein grosses Plus ist. Das letzte der 3 wichtigen Merkmale ist die Bohnenart. Es gibt Arabica-Bohnen und Robusta-Bohnen. In Costa Rica ist seit dem Jahr 1990 nur der Anbau von Arabica gestattet, aufgrund der besseren Qualitaet. Arabica-Bohnen enthalten mehr Oele und zudem weniger Koffein. Auch andere Laender, wie Kolumbien, haben den Anbau von Arabica-Bohnen gesetzlich festgeschrieben. So wurde uns erzaehlt, dass Kolumbien der groesste Rivale Costa Ricas ist in Sachen Qualitaet. Waehrend der Kaffee sich im Zentralgebirge optimal entfalten kann, wird der Kakao im Suedpazifik- oder Suedkaribikgebiet angebaut. Da Britt sowohl Kaffeeplantagen, als auch Kakaoplantagen besitzt, wurde uns auch eine Kakaopflanze erklaert. Vor allem aber erfreuten uns die regelmaessigen Schokoladenkostproben waehrend der Fuehrung. Jede Anbauregion Costa Ricas hat eine eigene Besonderheit, z.B. Tres Ríos besonders viel Sonne, was dem Kaffee seinen eigenen Geschmack verleiht. In Costa Rica gibt es etwa 2000 kleine Kaffeeplantagen.

Nach der geografischen Einordnung wurden wir in ein kleines Gewaechshaus gefuehrt. In diesem wurde uns die Heranzuechtung einer Kaffeepflanze erklaert. Die Kaffeebohne (roh und ungeroestet) wird dazu in Bananenblaetter gehuellt am Boden bedeckt. Durch Selbstbestaeubung entsteht nach etwa 2 Monaten ein Keimling. Immer 2 Keimlinge warden in ein Pflanztuetchen gepflanzt. Nach einem Jahr sind die Pflanzen gross genug, um auf der Plantage eingepflanzt zu werden. Dort bleiben sie bis zu 20 Jahre, bis sie langsam ihre Fruechte verlieren. Im April bluehen die Pflanzen weiss und verbreiten einen Geruch, der dem von Yasmin aehnelt. Die Blueten bleiben allerdings nur 2-3 Tage bestehen. Bis Oktober, waehrend der Regenzeit, wachsen dann langsam die Fruechte der Kaffeepflanze heran, kleine erbsengrosse gruene Kuegelchen. In der Trockenzeit reifen diese dann und bekommen eine rote Faerbung. Dann ist der Moment der Ernte gekommen.


Ernte
In Costa Rica wird der Kaffee ausnahmslos per Hand geerntet, was einen grossen Aufwand bedeutet. Ein Volumenmass ist die Cajuela. Diese ist eine Schachtel aus Metall, in welche die Kaffeefruechte geerntet werden. Sie fasst genau 11 kg. Der Pfluecker wird nach der Anzahl an geernteten Cajuelas bezahlt. Ein guter Pfluecker benoetigt fuer eine Cajuela 20 Minuten. Nach dem Schaelen der Kaffeefrucht und dem Trocknen der Bohnen bleibt nur noch ein Achtel des geernteten Gewichts uebrig. Im Verhaeltnis zum Ernteaufwand ist das enorm, was den hohen Preis von Kaffee erklaert. Aus der roten Frucht wird der Kern geschaelt. Dieser hat eine beige Faerbung und ist sehr glitschig. Er hat einen suesslichen Geschmack. Dieser Kern muss nach dem Schaelen innerhalb von 24 Stunden geroestet werden, sonst ist er nicht mehr zur Weiterverarbeitung verwendbar. Die Schale wird daher erst in der Roesterei entfernt.


Roestung
Die geschaelten Bohnen kommen in einen Wassertank. Der Kaffee guter Qualitaet geht unter, der schlechte Kaffee bleibt oben. Die Bohnen werden gewaschen und getrocknet. Die getrocknete Bohne aehnelt einer geschaelten Erdnuss. In Costa Rica besteht ein Gesetz, nach welchem alle Reste der Kaffeebohne, wie z.B. Schalen, recyclet werden muessen. Nun kommt es zum wichtigsten Teil der Kaffeeproduktion: Die Roestung. Hierbei ist die Laenge der Roestung entscheidend. Von ihr ist der Kaffeegeschmack abhaengig. Je laenger geroestet wird, umso mehr Oele treten aus. Es gibt 3 Stufen der Roestung. Stufe 1 ist die leichte Roestung. Bei dieser werden die Bohnen nur kurz geroestet. Der Kaffee beinhaltet viel Koffein und ist daher gut zum Aufwachen am Morgen geeignet. Bei der mittleren Roestung wird der Kaffee gut durchgeroestet. Es entsteht ein herberer Kaffeegeschmack. Die Endstufe der Kaffeeroestung ist die Espressobohne, sie ist schwarz und sehr stark, beinhaltet jedoch am wenigsten Koffein. Dass das Espressogetraenk dennoch den hoechsten Koffeingehalt hat ergibt sich daraus, das in diesem die Konzentration des Kaffees am hoechsten ist. Ein Kaffee leichter Roestung besitzt zwar mehr Koffein, bei der Zubereitung des Getraenks wird dieser doch viel mehr verduennt. Geroestet wird ausschliesslich auf Anfrage, Lagerungen gibt es nicht. Jede Packung Kaffee enthaelt zudem eine Identifikationsnummer. Anhand dieser kann das Datum, die Uhrzeit und die Temperatur der Roestung ermittelt werden. Zum Schluss durchlaeuft der Kaffee dann noch die Qualitaetskontrolle im Kontrolllabor und kann dann in den Verkauf. Dass hinter einer Tasse Kaffee ueber 100 Menschen stecken, mag man nicht glauben. Nach dieser Kaffeefuehrung wissen wir das Getraenk am Morgen jedoch viel mehr zu schaetzen. wink

Die Fuehrung war sehr abwechslungsreich. Neben dem Gewaechshaus wurden wir durch die Kaffeeplantage gefuehrt und zum Schluss in ein kleines Kino, in dem weitere interessante Informationen ueber den Kaffee Costa Ricas praesentiert wurden. Natuerlich wurde uns auch die korrekte Zubereitung gezeigt, sodas wir uns nun als richtige Kaffeeprofis bezeichnen koennen! tongue-out

Den kroenenden Abschluss unserer Kaffeetour bildete der Shop. In diesem konnte man sich munter durch alle Kaffeesorten von Cafe Britt kosten und, was uns noch viel mehr freute, auch durch alle Schokoladensorten!!! Das taten wir auch, bis uns der Verkaeufer schon grimmige Blicke zuwarf. Unsere Maegen freuten sich – unser Geldbeutel nicht so, da einige Einkaeufe getaetigt werden mussten. Zumindest der Verkaeufer war besaenftigt und wir nach so viel gutem Kaffee und himmlischer Schokolade so froehlich wie schon lange nicht mehr!

Costa Rica vs. Südafrika (0:1)

08Okt2015

Estadio Nacional, La Sabana Costa Rica (dunkelblau) : Sudáfrica (gelb) Fabi, Irene, Haydee

Volcán Irazú & Cartago

04Okt2015

 

Es ist zwar kein Geheimnis, dass Costa Rica nicht nur traumhafte Strände am Pazifik und in der Karibik sowie zahlreiche Regen- und Nebelwälder zu bieten hat, dennoch überwältigte uns unser letzter größerer Ausflug gewaltig. Am letzten Tag des Besuches von Sophies Cousine Lisa an bzw. in der Reichen Küste unternahmen wir einen großartigen Trip ins östliche Valle Central.
Zunächst brausten wir am Sonntagmorgen mit einem Bus ins Stadtzentrum, der im Gegensatz zu allen anderen unter der Woche nur 10 Minuten benötigte. Ganz entgegen der costaricanischen Gelassenheit waren wir also viel zu früh dran - aber gar kein Problem für uns! Also nutzten wir die Gelegenheit, den Plaza de la Cultura mit dem Teatro Nacional sowie den Parque Central bei Tageslicht und tollstem Sonnenschein zu inspizieren. Am Seiteneingang der dortigen Catedral  Metropolitana lauschten wir einigen Minuten den Klängen eines Gottesdienstes.

Um 08.15 Uhr (15 Miunten zu spät laughing) fuhren wir mit einem Direktbus über Cartago und serpentinenartige Straßen hinauf zum Vulkan Irazú, den wir etwa 10.30 Uhr erreichten. Er ist mit 3432m der höchste aktive Vulkan des Landes, von dem aus man sowohl den Pazifik als auch den Atlantik in der Ferne bestaunen kann. Unsere Sorge, wie vor 2 Jahren beim Vulkan Poas aufgrund von Nebel nichts sehen zu können, verflog glücklicherweise wie im Nu, denn auch im Gebirge schien die Sonne. Zunächst ärgerten wir uns etwas über die erhöhten Eintrittspreise für den Nationalpark (bei der Umrechnung von Dollar in Colones wurden wir ein bisschen betrogen), aber staunten doch nicht schlecht, als zwei Touristen ihre Euro-Scheine zückten. Diese können vom Design her leider nicht mit den costaricanischen mithalten.
Nachdem der Bus ein Stück durch den Nationalpark bis zum Parkplatz an den Kraterrändern fuhr, machten wir uns aber ruckizucki auf den Weg dorthin, um den geschwind auftauchenden Nebelschwaden zuvorzukommen und atemberaubende Blicke auf die beiden Krater (Cráter Principal und Cráter Diego de la Haya) zu erhaschen. Den Säuresee in giftgrüner Farbe konnten wir zwar leider nicht begutachten, aber wir bekamen trotzdem tolle Landschaftsbilder zu Gesicht, die wir euch natürlich nicht vorenthalten. Tadaaaaa!

Natürlich ließen wir uns ganz bestimmt nicht eine kleine Wanderung hinauf auf die Spitze des Vulkans entgehen, wo die Luft schon ziemlich dünn wurde (zum Glück aber nicht das Eis. Das gibt es hier eh nicht). Von dort konnten wir die Nebelschwaden und Krater von oben betrachten.

Die beiden

12.30 Uhr (dieses Mal püntktlich auf die Minute, oho!) düste der Bus wieder hinab ins Tal, wo Cartago uns schon erwartete. Doch auf der Fahrt freute sich Sophie besonders über ihren neuen Sitznachbarn: nachdem sie kurz eingedöst war, verließ Lisa ihren Sitzplatz, um Fotos machen zu können. Jedoch ergatterte diesen ein junger Spund, der zugegebenermaßen einfach ziemlich witzig aussah und stocksteif sitzend aus dem Fenster starrte. Da staunte Sophie aber, als Lisa sich in einen Mann verwandelte! laughing

Basílica de Nuestra Señora de Los Angeles
In Cartago angekommen, führte uns unser Weg direkt zur Basílica de Nuestra Señora de Los Angeles, der Kirche unserer Jungfrau von den Engeln. Hier ist die Nationalheilige "Negrita" zu Hause und auch wir fühlten uns etwas heimisch, als wir entdeckten, dass die bleiverglasten Fenster aus deutschem Glas sind. Nicht nur am 2. August kommen etliche Gläubige aus ganz Costa Rica hierher, denn auch an diesem Tag unseres Besuches zogen singende, musizierende Katholiken in die Kirche (manche krochen sogar auf Knien) und hielten im Seitenschiff einen Gottesdienst ab.

Letzter Halt unseres Ausflugs war der Garten innerhalb der Ruine der Kirche La Parroquia, wo es nur so von Menschen tummelte. Dort genossen wir einen fruchtigen Obstshake.tongue-out

La Parroquia

Müde, aber total begeistert und zufrieden, erreichten wir am frühen Abend San José. Dass wir Lisas Abschied noch gebührend in einer Bar feiern wollten, aber uns aussperrten und Raúl aus Heredia hertelefonieren mussten, weil er versehentlich Sophies Schlüssel hatte, ist jedoch eine andere Geschichte. Der Abend endete trotzdem herrlich, weil Rogis Hose beim Versuch, ein Rad zu schlagen, gewaltig aufriss. In aller Öffentlichkeit. laughing

Nachts im Museum

16Sept2015

Gleich einen Tag nach den großen Feierlichkeiten rund um die Unabhängigkeit Costa Ricas bot sich uns die Möglichkeit, mehr über die Geschichte des Landes erfahren - und zwar kostenlos! Am Abend des 16. Septembers standen die Türen aller Museen in San José für Interessierte offen. Fabi, unsere beste amiga tica, winkte mit diesem Insider-Tipp und stellte sich als perfekte Begleiterin heraus. Zuerst führte sie uns in das Museo Nacional de Costa Rica (Nationalmuseum) im alten Fuerte Bellavista (Festung Schöner Blick), einem pompösen, gelben, mehrflügligen Gebäude, gelegen am großen Plaza de la Democracía. Bis zu deren Abschaffung im Jahre 1948 war es das Hauptquartier der costaricanischen Armee. Das Museum ist in 4 Ausstellungssäle gegliedert. In der Sala de Arqueología (Altertum) bewunderten wir Steinartefakte, Messer, Klingen, Schaber, Feuersteine, Keramikgefäße sowie Skulpturen aus VulkangesteinGoldfiguren, die von den Indianern als Gottheiten verehrt wurden, wurden in der Sala de Oro (Gold) dargeboten. Natürlich fehlten auch Fundstücke aus der Zeit der spanischen Kolonialherrschaft in der Sala Colonial (Kolonialzeit) nicht. Gemälde, Möbel, Kleidung und Statuen verschafften uns ein genaueres Bild vom alltäglichen Leben dieser Epoche. Die jüngste Geschichte Costa Ricas ist in der Sala de la Historia (Geschichte) zu erkunden, wo Fotografien, Zeitungen, Waffen, Uniformen und Landwirtschaftsgeräte ab der Unabhängigkeit des Landes ausgestellt sind. Allerdings konnten wir diesen Raum nur schnell passieren, um auch noch ein weiteres Museum zu besuchen. Zuvor staunten wir jedoch nicht schlecht, als sich uns auf dem Balkon der Festung dieser, auf dem Foto unten, wundervolle Blick über San José bot. Vielerseits war uns zuvor berichtet wurden, dass die Hauptstadt keine schöne sei. Seit spätestens diesem Abend können wir dem aber keinesfalls zustimmen. (Auch unser studentisches Wohnviertel, San Pedro, das an das Zentrum San Josés angrenzt, erfüllt diese negativen Anschuldigungen anscheinend unwissender CostaricanerInnen überhaupt nicht. Davon werden wir aber in einem anderen Blogeintrag berichten).

Museo Nacional am Plaza de la Democracía  Museo Nacional

  San José, Plaza de la Democracía (vom Museo Nacional aus)

 Auf der anderen Seite der Plaza de la Democracía liegt das erst ein Jahr alte Gebäude des Museo del Jade "Marco Fidel Tristán Castro" (Jademuseum, benannt nach dessen Gründer, dem ersten Präsidenten des INS - Instituto Nacional de Seguros (Sicherheitsinstitut)). Hier konnten wir die umfassende Sammlung von Gegenständen zur Zeit der Entdeckung Amerikas bestaunen: Keramik, Werkzeuge, Steintische und Dekorationen sowie eine riesige Schmuckkollektion bestehend aus Halsschmuck, Ohrringen, Ketten und Anhängernmit Tiersymbolen. Das oberste Stockwerk bot uns eine mal ganz andere Ausstellung: Die Geschichte und Entwicklung der Feuerwehr in Costa Rica. Zwischen historischen Löschgeräten, alten Fotografien und Feuerwehranzügen, verwandelten wir uns selbst in Feuerwehrfrauen.

Museo del Jade   Bomberas (Museo Nacional del Jade)

Nach dieser Reise in die Vergangenheit stillten wir unseren Hunger mit einer köstlichen Pizza bei einem der zahlreichen Italiener in der Avenida Central, die sich um unsere Kundschaft stritten. Gesättigt - das möchte hier schon etwas heißen, denn die kleinen Portiöntchen, die die Ticos verdrücken, können uns oft nicht so leicht den Hunger vertreiben - und glücklich galoppierten wir (im wahrsten Sinne des Wortes) durch die Stadt, auf der Suche nach einem Klebestift, den Sophie unbedingt für die Ausarbeitung von Materialien für ihr Projekt benötigte. Dabei scheute sie nicht, im Supermarkt auf Deutsch danach zu fragen, was für verwirrte Blicke bei dem nun nicht mehr hilfsbereiten, sondern verschreckten Verkäufer sorgte. Letztendlich wurden wir zum Glück selbst fündig.
Mamma Mia, war das ein lustiger Abend in unserer Lieblingsstadt, den wir mit lautem Gesang auf dem Heimweg ausklingen ließen und zu dem wir nur noch unsere Begrüßungs- und Abschiedsworte mit Fabi hinzuzufügen haben: "Wow! Wow! Wow!"

 

 

 

Nationalfeiertag

15Sept2015

Am 15.09. jeden Jahres feiern die Costaricaner ihre Unabhaengigkeit vom spanischen Kolonialreich (Día de Independencia seit 1821). Dieses Mal hatten wir das Glueck, mit dabei sein zu duerfen. Zur Feier des Tages mussten wir, wie alle Einheimischen, nicht arbeiten und konnten die Feierlichkeiten mitverfolgen. Dazu begaben wir uns in aller Frueh in die Strassen unseres Studierendenviertels San Pedro und warteten gespannt auf das vierstuendige Programm, fuer das alle Strassen in der Umgebung gesperrt waren. Los ging es mit der Nationalhymne in Begleitung von einer Blaskapelle und Schlagwerkensemble. Anschliessend starete das grosse Spektakel. Alle Schulen in San Pedro hatten ein musikalisches-taenzerisches Programm einstudiert, was sie in einer riesigen Karavane nacheinander den Schaulustigen an den Strassenraendern boten. Die unendlich erscheinende Parade wurde angefuehrt vom Gewinner des Vorjahres. Am Ende des Umzuges wurde die Schule mit dem besten Programm ausgezeichnet. Es folgten alle anderen Schulen des Stadtteils (Grund- und weiterfuehrende Schulen). Der Name der Schule, die den jeweiligen Paradenteil ausmachte, wurde von den begabtesten Schuelern auf einem grossen Banner vornweg getragen. Es folgten die Schulleiter. Das Wesentlichste stellten die Flaggentraeger dar, welche in Uniformen mit 2-Meter grossen Costa-Rica-Flaggen marschierten. Dahinter konzertierten die Musiker der Schule. Den Abschluss eines Schulteils bildeten Taenzer aller Art mit ihren Darbietungen (traditioneller Tanz, Cheerleading, Stocktanz sowie natuerlich lateinamerikanische Tanzeinlagen). Die Schueler hatten sich monatelang auf dieses Spektakel vorbereitet, denn neben der Feier ging es bei ihnen auch um Noten. Wenn man sich die 10 Punkte nicht im costaricanischen Schulfach "Kultur" anrechnen lassen wollte, konnte man sich 5 Punkte in einem Schulfach seiner Wahl zurechnen lassen. Mathematik ist dabei sehr beliebt (und waere es auch bei uns gewesen ). Einziger Stimmungsdaempfer war jedoch fuer viele Feierlustige das ganztaegige Alkoholverkaufsverbot in Supermaerkten.
Nach vier Stunden voller Musik, Spass und Feierlichkeit machten wir uns auf den Rueckweg. Den zweiten Teil des Tages bildete ein Ueberraschungsbesuch bei unserer damaligen Gastfamilie in Barrio Jesús de Santa Bárbara, wo wir vor zwei Jahren im Amistad Institute vier Wochen lang Spanischunterricht hatten. Die Freude war gross und es wurde viel mit den Geschwistern Fernanda und Paulo gespielt und ueber gemeinsame Erinnerungen gelacht.
Dieser besondere costaricanische Tag wird uns immer in schoener Erinnerung bleiben.

Heute wird kein Alkohol verkauft!

El Clásico: Deportivo Saprissa vs. LD Alajuelense (1:2)

13Sept2015

Estadio Ricardo Saprissa Aymá in Tibás (San José)  Saprissa (weinrot) : Alajuela (La Liga) (weiß)

Unsere Arbeit bei DNI

09Sept2015

Defensa de Niñas y Niños Internacional (DNI) - Costa Rica

Die erste Woche unseres Praxissemesters liegt nun hinter uns, weshalb wir so einiges zu berichten haben. Die Woche begann für uns letzten Dienstag im Office von DNI. Nach der Begrüßung, Vorstellung unserer KolegInnen und Besichtigung der Räumlichkeiten musste unsere Chefin erst einmal zu einem wichtigen Termin nach Heredia. Uns ließ sie mit einem Berg an Dokumenten im Büro zurück. Diese beinhalteten die internationalen Kinderrechte sowie Handlungsgrundsätze und Arbeitsschwerpunkte von DNI. 50 spanische Seiten und zwei Stunden später hatten wir die theoretische Grundlage zur Arbeit bei der Organisation gelegt. Da wir nicht wussten, wann unsere vor 25 Jahren nach Costa Rica ausgewanderte niederländische Chefin Karin zurückkehrte, trauten wir uns nicht, in die Mittagspause zu gehen. Nach zwei weiteren, von Hunger gequälten Wartestunden, in denen wir bedauerlicherweise keine Aufgabe hatten, erschien Karin, erschrocken darüber, dass wir unser Mittagessen für sie verschoben hatten und klärte uns darüber auf, dass unsere Projekte, die eigentlich schon ab August laufen sollten, noch nicht begonnen hatten. Darum trug sie uns eine andere Aufgabe auf: in der unteren Etage der Institution erwartete uns ein schimmliger Raum, der bis unter die Decke gefüllt war mit einem riesigen Chaos an Informations- und Arbeitsmaterialien sowie Fachbüchern der Arbeitsbereiche von DNI- Unsere Aufgabe für die nächsten drei Tage bestand nun darin, die Materialien nach Brauchbarkeit auszusortieren sowie sie nach Themenschwerpunkten zu ordnen und neu einzurichten. Hauptthemen der Arbeit von DNI sind: Kinderarbeit, Gewalt gegen Kinder, Jugendstrafen, Migration, sexuelle Ausbeutung, HIV/AIDS und Bildung.
Über diese Ersatzaufgabe waren wir erst einmal betrübt. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es der perfekte Einstieg in unser Praxissemester war. Auf keine andere Weise hätten wir so viele detailierte Informationen über die Tätigkeitsbereiche unserer Praxisstelle sowie bereits durchgeführte Projekte erlangen können. Zudem konnten wir unseren Wissensdurst durch unzählige Hefte, Bücher und Poster, die wir uns mitnehmen durften, stillen. Dazu gehörte unter anderem die spanische Ausgabe des Tagebuchs der Anne Frank, welches Teil eines vergangenen Projektes war, das unser besonderes Interesse weckte. In diesem erarbeiteten sich Kinder entlang der Lebensgeschichte Anne Franks die ihnen zustehenden Rechte und näherten sich den Thematiken Zweiter Weltkrieg und Diskriminierung an. Das Aussortieren und Umstapeln der vielen Materialien stellte sich als ziemlicher Kraftakt heraus. Wir waren jedoch höchst motiviert. Zum Schluss mussten noch alle Fachbücher inventarisiert werden. Doch der Aufwand lohnte sich, da nach getaner Arbeit ein DNI-T-Shirt, -Beutel sowie allerhand anderer Kleinigkeiten für uns bereitstanden.


Den krönenden Abschluss der Woche bot uns ein Arbeitsausflug nach Puntarenas an der Pazifiküste. Dafür scheuten wir keine Mühen, auch den Wecker nicht, welcher um 03.30 Uhr morgens klingelte. Mit einem Taxi brausten wir durch die Nacht zum Parque Central von San José. Dort erwartete uns Lizbeth von DNI. Mit ihr und fünf Tüten voller Pizzapakete (für die Klientinnen) bahnten wir uns den zweistündigen Weg mit dem Bus durch die Berge bis zum Meer. Was nun kam, überraschte uns jedoch sehr, denn anstatt ins Zentrum der Hafenstadt führte das Taxi uns ins Gefängnis. Direkt neben der Sicherheitsfestung befand sich ein Bildungszentrum, welches Teil des Ministerio de Justicia y Paz (Ministerium für Justiz und Frieden) ist. In diesem erwartete uns eine Gruppe von 10 Frauen im Alter vn 16 bis 75 Jahren, welche nicht im Gefängnis sind, für die jedoch ein besonderes Risiko besteht, da sie zumeist schon in Drogendelikte oder andere kleinere Kriminalitäten verwickelt sind. Das Projekt dort hat zum Ziel, den Frauen neue Wege zu eröffnen und ihnen ausreichende Kenntnisse zu vermitteln, um ihre Kinder konfliktfrei erziehen zu können. Dies geschah mithilfe der Kindheitsaufarbeitung, welche zu Tränenausbrüchen aller Teilnehmerinnen führte und sich als sehr emotionaler Moment herausstellte. Anschließend wurden alle Kindheitsphasen anhand der jeweiligen Entwicklungsherausforderungen durchgearbeitet, um den (werdenden) Müttern und Großmüttern geeignete Kenntnisse zu vermitteln, um bei der Erziehung Konflikte vorzubeugen oder diese zu lösen. Den Tag ließen wir am Strand mit dem für die Gegend typischen "Churchill" ausklingen, ein Getränk bestehend aus Crushed Ice, Erdbeersirup, Kondensmilch, Milchpulver sowie einer krönenden Kugel Schokoladeneis.

Ministerio de Justicia y Paz  Churchill

Diese Woche widmen wir uns der theoretischen Vorbereitung und Ausarbeitung der uns bevorstehenden Projekte. Dazu gehört neben dem konkreten Aufbau in Module und Sitzungen das Erarbeiten von Lernschwerpunkten sowie geeigneten Maßnahmen. Das Gesamtkonzept obliegt unserer Kreativität und Fachkenntnis. Dies ist zwar eine erste Herausforderung (so wurden die ersten drei Entwürfe schon mit Verbesserungsvorschlägen zurückgewiesen), jedoch war Karin schnell über unseren Arbeitseifer begeistert und überrascht, wie schnell die Projekte von uns konkretisiert wurden. Im Zentrum unserer bisherigen Arbeit stand das Projekt "Educación Emocional" (Emotionsbildung und -bewältigung). Für dieses erstellten wir bisher die Leitgeschichte eines kleinen Tukans, tucancillo Manolo, welcher die fünf- bis achtjährigen Kinder durch das Projekt führen wird. Aufgeteilt ist das Projekt in drei Stufen und neun Sitzungen. In den ersten Sitzungen werden die Kinder verschiedene Emotionen kennenlernen und ihre Erfahrungen darüber teilen. Im zweiten Schritt werden sie an Kommunikationsstrategien herangeführt, um der Bildung konfliktfördernder Gefühle entgegenzuwirken. Zum Ende des Projekts erarbeiten die Kinder anhand der Erlebnisse des Tukans Manolo mögliche Strategien zur Konfliktlösung und Gefühlsregulation. Abschluss des Projekts bildet eine interaktive Präsentation mit Kindern sowie Eltern. Neben dem inhaltlichen obliegt uns auch der formelle Aufbau, die genaue Einteilung der einzelnen Sitzungen in Lerneinheiten und Aktivitäten. Das Projekt "Educación Emocional" soll in Form eines Puppentheaters umgesetzt werden. Die hierfür benötigten Requisiten und Materialien sind ebenfalls von uns zu erstellen und zu kalkulieren. Hinzu kommt, dass den Kindern am Ende des Projekts Zertifikate und ein Projekt-T-Shirt überreicht werden, für dessen Design wir ebenfalls verantwortlich sind. Schon jetzt ist uns bewusst geworden, wie viel Arbeit in der Erstellung eines Projektkonzeptes steckt. Jedoch freuen wir uns über alle neuen Kenntnisse, die wir erlangen können. Das Erstellen von Projekten wird uns am Ende unseres Praxissemesters wohl hoffentlich ein Leichtes sein. Neben der Arbeit am Projekt widmen wir uns noch kleinen Aufgaben wie der Buchhaltung von DNI.

Nächtse Woche folgt auf die theoretische Vorbereitung der Projekte die praktische. Dazu geht es dann hoffentlich schon in die Bezirke, in denen die Projekte realisiert werden. "Educación Emocional" wird Sophies Projekt für die nächsten Monate sein und in San Felipe de Alajuelita in San José durchgeführt werden. Irene wird in La Carpio de San José in ihrem Projekt "La Abejita Yo" mit Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren ein Theaterstück zum Thema Diskriminierung erarbeiten. Die Bezirke unserer Tätigkeiten sind ökonomisch schwache Gegenden der Hauptstadt, in welchen eine erhöhte Kriminalitätsrate herrscht, was die Notwendigkeit von Projekten zur Durchsetzung von Kinderrechten bedeutsam macht. Wir sind sehr gespannt, was uns in den nächsten Wochen erwarten wird.

Entdeckungsreise: Pazifikstrände

02Sept2015

Unsere letzte Ferienwoche haben wir noch einmal so richtig genossen: an verschiedenen Traumständen unter Palmen an der Pazifikküste! 
Dienstag brausten wir mit einem sportlichen Etwas - Raúls heiß geliebten, aber leider nur gemieteten Rennschlitten - in die nordwestlich, am Pazifik gelegene Provinz Guanacaste, die sich durch ein sehr trockenes Klima und als Zentrum der costaricanischen Viehzucht und Heimat vieler Cowboys und -girls auszeichnet. Unser erster Halt und Übernachtungsort war Playa Hermosa, der seinem Namen (hermosa = schön) alle Ehre machte und uns zum spätabendlichen Bad am Meer einludt. Am nächsten Tag boten sich uns gleich fünf verschiedene Strände zum Entspannen an: Playa Panamá, Playa Brasilito, Playa Conchal (wo wir besonders lang verweilten, malheureusement ohne Kleidung beim Schwimmen ), Playa Flamingo (die haben wir nur leider nicht entdeckt) und Playa Tamarindo im gleichnamigen, touristischen, aber hübschen Städtchen, wo wir diesen wundervollen Sommertag mit einer köstlichen Pizza ausklingen ließen und auch am Folgetag das tolle Wetter sowie super leckeres, frisches Obst und Eis an der Küste mehr als genossen.
Nach einem kleinen Erholungstag zurück im vergleichsweise frischen Heredia entführte uns Raúls Familie am Wochenende in ihr Ferienhaus an den weißen Privatsandstränden Punta Leonas (Playa Blanca und Playa Mantas). Auch hier tobten wir nicht nur in den Wellen, sondern ebenso in Swimmingpools. Nur die Rückfahrt am Sonntagabend erwies sich als wesentlich schwieriger als erwartet: etwa 60km kamen wir nur stockend voran, weil viele der Ticos, so wie wir, ihr Wochenende am Meer verbrachten. An den total verrückten costaricanischen Straßenverkehr haben wir uns jedoch schon gewöhnt.

Playa Hermosa Playa Panamá Playa Brasilito Raúls Lancer Playa Conchal  Playa Flamingo Playa Tamarindo nahe Punta Leona Playa Blanca  Playa BlancaPlaya Mantas 

Wiedersehen in Esterillos

24Aug2015

Der erste große Ausflug unserer Reise führte uns in das wunderschöne Dorf Esterillos Oeste, in dem wir vor zwei Jahren unsere Freiwilligenarbeit leisteten. Die Wiederkehr sollte natürlich etwas Besonderes werden, darum hatten wir monatelang einen Plan ausgeklügelt - eine Überraschung der Extraklasse! Nach einer zweistündigen Busfahrt erwartete uns an der Haltestelle in Esterillos auch schon unser muskelbepackter Lateinamerika-Surfer-Bruder César (siehe frühere Blog-Einträge). Dieser war unsere Kontaktperson Nummer 1 bei der Planung und Durchführung unserer Sorpresa. Außer ihm wusste nur die Grundschullehrerin Karla von unserem Vorhaben. Unsere damalige Gastmutter Fuddi wusste ebenso wenig über unser Erscheinen Bescheid, wie unsere liebgewonnene Mamita Yamileth, die uns 10.000 km weit weg glaubte. Versteckt auf den Rücksitzen Césars´ Jeeps bahnten wir uns den unzugänglich holprigen Weg durch die Natur bis zum Eingang des Dorfes. In der Straße angekommen, parkten wir bei den Nachbarn, um keine Aufmerksamkeit zu erwecken. Dies gelang uns hervorragend. Nun startete Teil zwei des Plans. César samt Kamera trat in das Haus, in welchem sich Yamileth, Fuddi sowie zwei uns unbekannte Onkel aufhielten. Unbeirrt folgten wir ins Dunkel des Hauses und setzten uns promt auf das Sofa des Wohnzimmers, genau so unscheinbar, wie wir erschienen waren. Der dort fernsehende Onkel begegnete uns mit stiller Fassungslosigkeit seiner Blicke. Nach einigen Minuten traten Yami und Fuddi endlich aus der Küche ins Wohnzimmer und trauten ihren Augen nicht. Doch auch Blinzeln und erschrockenes Hin- und Wegschauen half nichts, denn wir waren tatsächlich dort. Darum blieb ihnen nichts anderes übrig, als auf uns zuzustürmen, in Freudenschreie und -tränen auszubrechen und sich mit uns über unsere Wiederkehr zu freuen. Die Überraschung war mehr als gelungen.

Am nächsten Tag halfen wir in unserer alten Arbeitsstelle mit, dem Day Care Center CEN CINAI, welches sich direkt am Strand befindet. Dort versteckten wir uns morgens im Büro, sodass die Erzieherin Sonia einen gellenden Schrei ausstieß, als sie uns dort erblickte. Wir fühlten uns sofort wieder wie vor zwei Jahren, als wären wir kaum weg gewesen. Besonders freuten wir uns darüber, einige unserer Kinder wiederzusehen. Den Nachmittag verbrachten wir am traumhaften Pazifikstrand.
Eine besonders freudige Bekanntschaft war die mit Fuddis Onkel Norman (der fernsehende Entsetzte), welcher uns nur mit Brigitta (Irene) und Ricardita (Sophie) ansprach, worauf wir mit der Namensgebung Ferdinand [Fördinänd] reagierten. Er zeigte uns einige wunderschöne Orte an der Küste und in der Natur. So schlichen wir uns als Touristen illegalerweise auf die Anlage eines im Regenwald versteckten 5*****-Luxushotels mit bombastischen Ausblick auf den Pazifik. Anschließend fuhren wir mit Ferdinand zum Río Tárcoles, einem Krokodilfluss. Weiter ging es in die Hafenstädte Puntarenas und Caldera, wo wir den gemeinsamen Ausflug in einem vorzüglichen Fischrestaurant ausklingen ließen. Auch der andere Onkel, Luís, schien einen Narren an uns gefressen zu haben. Neben ständigen Komplimenten kamen wir nicht drumherum, mit ihm nachts am Strand Schildkröten zu suchen. Leider hatten wir kein Glück, versprachen jedoch, sobald wie möglich einen neuen Versuch zu starten.
Der nächste Tag begann für uns um 04.30 Uhr. Nachdem wir uns vor zwei Jahren schon vorgenommen hatten, einen richtigen Sonnenaufgang am Strand zu erleben, hatten wir endlich die Kraft zur Umsetzung. Es war ein Träumchen unter Palmen. Auch einen Nachmittag im sogenannten "Surferparadies" Jacó konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Zum Bummeln war es toll, die Milchshakes und Nutellawaffel in unserer alten Stammbar El Barco der höchste Knall. Jedoch konnte uns der Strand noch weniger überzeugen als vor zwei Jahren (fea!). Zurück in Esterillos, verbrachten wir den Abend beim Fischer des Dorfes und seiner Frau, dessen Kinder damals auch im CEN waren. Dieser prägte uns sehr. So große Armut und doch so große Lebensfreude und Herzlichkeit findet man wohl nur äußerst selten an einem Ort. Auch wurde gleich eine Verabredung zur Fischzubereitung und zum Essen vereinbart, welche wir beim nächsten Esterillos-Besuch mit Freude einlösen werden.

Nach vier Tagen ging es für uns heute in aller Früh zurück nach San José, wo dieses Mal auf uns eine Überraschung wartete: Anstatt krabbelnden Küchenschubladen fanden wir unzählige Kakerlakenleichen vor - Rogi hatte seinen Job erledigt!

       Unsere Mamita Yami      Ferdinand    CocodrilosJulian Puntarenas  rico Jennifer und Fischer CésarPlaya Esterillos Oeste

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